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Stand: 12.07.2016

Pressemitteilung

Nigerianische Frauen sind Opfer von Gewalt und Zwangsprostitution

Anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März macht der Frauenfachverband IN VIA auf die menschenverachtenden Lebensbedingungen von nigerianischen Mädchen und Frauen in Nigeria und auch in Deutschland aufmerksam und fordert sofortige Maßnahmen.
Um sie als Zwangsprostituierte zu missbrauchen, werden die Mädchen und Frauen mit falschen Versprechungen nach Deutschland oder in andere europäischen Länder gelockt. Laut des Lageberichts des Bundeskriminalamts 2016 agieren die Menschenhändler/-innen europaweit. Mittlerweile ist Nigeria außerhalb der EU eines der wichtigsten Herkunftsländer. Allein für Italien beziffern die UN die Zahl der Zwangsprostituierten aus Nigeria auf 10.000.
In dem Glauben, durch eine Arbeit in Deutschland die Familien mitversorgen zu können, machen die Frauen für die Reise horrende Schulden. Vor ihrer Ausreise werden sie bereits mit Voodoo Zeremonien psychisch abhängig gemacht. Bei Nichtgehorchen wird ihnen und ihren Familien mit Gewalt gedroht. „Durch diese Umstände werden die Frauen abhängig und erpressbar gemacht – und schweigen. Eine angstfreie Aussage ist nur möglich, wenn sie ihre Familienangehörigen in Sicherheit wissen“, erklärt Irme Stetter-Karp, Vorsitzende von IN VIA Deutschland. „Deshalb müssen sie über eine Härtefallregelung ihre bedrohten Familienangehörigen nach Deutschland holen können.“
Diejenigen Frauen, die sich entschließen, gegen die Menschenhändler/-innen auszusagen und anschließend in ihr Heimatland zurückkehren, sind weiter großer Gefahr ausgesetzt. Deshalb muss ihnen über eine Ausnahmeregelung im Zuwanderungsgesetz eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland eingeräumt werden, fordert IN VIA.
In Nigeria haben Mädchen und Frauen nicht nur mit Armut und fehlendem Zugang zu Bildung zu kämpfen. In bestimmten Gegenden sind sie potenzielle Opfer von Boko Haram, der islamistischen Terrormiliz. Viele leben in ständiger Angst vor Gewalt und Entführungen und sind zur Flucht gezwungen. „Den einzigen Schutz sollten die Frauen in Lagern internationaler Organisationen erwarten können, doch leider kann er auch dort nicht ausreichend sichergestellt werden. In der Entwicklungszusammenarbeit müssen Schutzbedürftigkeit und Versorgung von Frauen und Kindern eine höhere Priorität erhalten und konsequent durchgesetzt werden“, fordert Stetter-Karp. 

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Pressemeldung vom 07.03.2018 zum Download

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